20. Februar 2019

Radsportgruppe Breinig: Strampeln für die Mexico-Hilfe

Ankunft auf der Domplatte in Köln

140 Kilometer, Abfahrt 7 Uhr morgens, Rückkehr 16.30 Uhr nachmittags, einmal im Monat, bei Wind und Wetter – und das alles mit dem Fahrrad, und das alles für einen guten Zweck. Seit 1996 gibt es eine Fahrradgruppe, die an jedem ersten Samstag eines Monats von Breinig, dem Heimatort von Egidius Braun, zum Kölner Dom fährt. Jeder Teilnehmer zahlt 10 Euro pro Fahrt. Insgesamt sind so schon 120.000 Euro zusammengekommen. Die Einnahmen gehen komplett an die DFB-Stiftung Egidius Braun, die sich zusammen mit dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ mit der Mexico-Hilfe engagiert. Die Radsportgruppe ist im Rahmen der Initiative Pate der „Casa de Cuna“ in Querétaro.

„Wir sind stolz darauf, auf diese Weise Kindern zu helfen, denen es nicht so gut geht wie uns. Gleichzeitig bleiben wir gesund und fit. Es ist ein richtiger Freundeskreis entstanden“, sagt Herbert Meier, einer der Organisatoren der Tour. Einmal im Jahr besuchen sie dann auch Egidius und Marianne Braun und erzählen von ihren Erlebnissen auf der Strecke von Breinig nach Köln und zurück.

Und da gibt es viel zu berichten. Manchmal fahren sie morgens bei Minusgraden los, um dann bei hochsommerlichen Temperaturen und nass geschwitzt wieder zurückzukommen. Manchmal überrascht sie ein Gewitter, manchmal auch nur die wunderbare Landschaft auf dem Weg zum Rhein. „Wir haben wirklich schon alles erlebt“, schmunzelt Meier. „Und trotzdem macht es immer wieder riesigen Spaß, weil wir vorher nie wissen, was der Tag bringen wird.“

Die Gruppe besteht aus einem Kern von 15 bis 20 Teilnehmenden. Jeder Neuling ist willkommen und wird herzlich in die Gemeinschaft aufgenommen. Fünf bis sechs Radler sind die Strecke schon über 100 Mal gefahren. Aber wirklich jede Kreuzung, jeden Hubbel, jede versteckte Abzweigung kennt Franz-Josef „Männ“ Moers, der in diesem Jahr die Marke von 200 Fahrten knacken wird.

Weltweite Hilfe im Sinne von Egidius Braun

Engagiert fur Egidius Braun und die Mexico-Hilfe

Organisator Meier und einige seiner Weggefährten haben sich vor einigen Jahren selbst mal überzeugt, wofür ihr Geld eigentlich eingesetzt wird. Sie sind extra nach Mexiko gereist, um sich die „Casa de Cuna“, ein Mutter-Kind-Heim in Querétaro, persönlich anzuschauen. Der Besuch der „Casa de Cuna“ während der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko war für den damaligen Delegationsleiter und DFB-Schatzmeister Egidius Braun sozusagen der Auslöser, eine Hilfsaktion ins Leben zu rufen. Seit 2001 existiert die nach ihm benannte DFB-Stiftung. Noch heute, auch mit bald 94 Jahren, verfolgt der DFB-Ehrenpräsident sehr genau, was mit den Geldern passiert. „Fußball – Mehr als ein 1:0!“ ist für Braun nicht nur ein Motto, sondern tatsächlich ein Lebensleitsatz.

Die Mexico-Hilfe ist allerdings nur ein Aspekt, den die Stiftung verfolgt. Braun hat früh erkannt, welch‘ wichtige soziale Verantwortung der Fußball hat. Weitere Schwerpunkte der Stiftungsarbeit sind die Initiative „Kinderträume“, in deren Rahmen die Stiftung beispielsweise zusammen mit Nationalspieler Jonathan Tah das Hopp-Kindertumorzentrum in Heidelberg unterstützt, die Organisation der Fußball-Ferien-Freizeiten und die Flüchtlingsinitiative „2:0 für ein Willkommen“. Stets geht es darum, denen, die nicht auf der sprichwörtlichen Sonnenseite des Lebens stehen, zu helfen. In Deutschland, Europa und der Welt. Ganz im Sinne von Egidius Braun, denn Fußball ist eben mehr als ein 1:0.