17. Mai 2020

Gemeinsam stark: Kindern und Jugendlichen eine Perspektive geben.

Seit vielen Jahren kooperieren die DFB-Stiftung Egidius Braun, die Sternsinger und die FAE Foundation in schwierigen Gebieten in Mexiko. 2019 wurde die FAE Foundation 30 Jahre alt. Wie sieht diese Zusammenarbeit aus? Und was bringt sie?

Sie arbeiten auf Mülldeponien. Sie haben kaum genug Geld, um zu überleben. Sie haben unter normalen Umständen keine Perspektive. Die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen in Mexiko lebt in Armut. Das bedeutet, dass 19,6 Millionen Minderjährige mit diesem Problem konfrontiert sind. Noch schlimmer: Zwei von zehn Personen dieser Gruppe sind sogar von extremer Armut betroffen. 3,6 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren sind deshalb gezwungen, früh in ihrem Leben Geld zu verdienen.

Die Zukunft von Jungen und Mädchen positiv verändern

Gemeinsam haben sich die FAE Foundation, die in Mexiko beheimatet ist, die DFB-Stiftung Egidius Braun und die Sternsinger deshalb zusammengetan, um das größte Leid zu lindern. „Gemeinsam haben wir uns zum Ziel gesetzt, Kindern in dieser Situation extremer Armut eine Perspektive zu bieten und sie zu ermutigen, ihre Träume zu verwirklichen. Wir wollen ihnen die Chance geben, zur Schule zu gehen und später sogar zu studieren. Jedes einzelne Kind, das wir mit unserem Stipendienprojekt erreichen und von der Straße holen, ist ein großer Erfolg“, sagt Alan Franco, der die Aktivitäten der Organisation seit Jahren an der Basis unterstützt und dadurch tiefen Einblick in die Thematik hat. „Der Grund, warum ich hier bin, besteht darin, die Zukunft von Mädchen und Jungen weiter zu verändern, die nicht das Glück hatten, dass ihre Familien ihnen die Möglichkeit einer Ausbildung geben können. Dafür wollen wir mit der FAE und dank der Unterstützung der DFB-Stiftung Egidius Braun sorgen.“

Gehalt bis maximal acht Euro pro Tag

Es ist eine Hilfe, die dringend nötig ist. Viele Kinder müssen sich schon früh der Familienarbeit anschließen und Abfälle auf Mülldeponien in Mexiko trennen. Dafür bekommen sie ein Gehalt zwischen 80 und 200 Pesos pro Tag –abhängig vom Wert der Materialien, die sie sammeln. Umgerechnet entspricht das drei bis knapp acht Euro. Die meisten Menschen, die auf diesen Müllhalden arbeiten, sind Migranten aus anderen Staaten, die in Unterkünften in der Nähe leben. Die Kinder werden in der Regel ab dem fünften Lebensjahr eingespannt: Sie gehen also nicht zur Schule, sondern sie sortieren Abfall.

So läuft es beispielsweise auf der Müllkippe von Escalerilla ab. Durchschnittlich 300 Kinder unter sechs Jahren sind dort im Einsatz. Die FAE Foundation hat es sich zum Ziel gesetzt, die Mädchen und Jungen in die Gesellschaft zu integrieren und ihnen eine Perspektive zu geben. Morgens und nachmittags gibt es einen Transfer, der eine größere Gruppe von Kindern von der Müllkippe zu einer FAE-Schule in der Nähe bringt und nach dem Unterricht wieder nach Hause fährt. In der Schule bekommen sie die Möglichkeit, sich zu bilden. Außerdem sorgt die Foundation für die Sicherheit der Kinder und stellt kostenlos Schulmaterialien sowie Uniformen zur Verfügung. „Zudem versorgen wir sie medizinisch und besorgen Lebensmittel und Kleidung, um ihre Lebensqualität zu verbessern, damit die Jungen und Mädchen und deren Familien nicht auf die Arbeit auf der Müllkippe angewiesen sind“, erklärt Alan Franco.

Im Doppelpass mit den Partnern aus Deutschland konnten auf diesem Weg schon viele Erfolge erzielt werden: Kinder, die früher in schlimmen Verhältnissen auf der Müllhalde geschuftet haben, arbeiten heute zum Beispiel als Ingenieur, Zahnarzt oder Lehrer.