Die Mexico-Hilfe

Die Mexico-Hilfe des Deutschen Fußball-Bundes wurde 1986 während der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexico ins Leben gerufen. Unter dem Eindruck von Not und Elend, denen man vor allem bei einem Besuch des Waisenhauses "Casa de Cuna" begegnete, entschloss sich der damalige Delegationsleiter und DFB-Schatzmeister Egidius Braun mit der Mannschaft zu einer spontanen Hilfsaktion.

Egidius Braun und Franz Beckenbauer auch 20 Jahre später für die WM in Einsatz

Der Besuch wurde ein einschneidendes Erlebnis

„Pater Braun“, wie Journalisten Egidius Braun aufgrund seines ausgeprägten Sozialsinns tauften, hatte den damaligen Teamchef Franz Beckenbauer und einige Nationalspieler damals im Sommer '86 in ein Waisenhaus in Querétaro mitgenommen. Der Besuch, der – wie Franz Beckenbauer später sagte – auch ein wenig positive Stimmung bei den mexikanischen Fans verbreiten sollte, wurde ein einschneidendes Erlebnis .„Wir sahen katastrophale Zustände, so etwas kennt man in Deutschland nicht“, erinnert sich „der Kaiser“.

Rudi Völler bei einem späteren Besuch der Casa de Cuna

Die Babys schliefen in Apfelsinenkisten

Der frühere Nationaltorwart Harald „Toni“ Schumacher erinnert sich an die erbärmlichen Bedingungen: „Das war eine Bruchbude. Die Babys schliefen in Apfelsinenkisten“. Spontan zückte Rudi Völler damals das Scheckbuch, der Stürmer wurde der erste Spender der Mexico-Hilfe. Seither ist der Strom der Hilfe nie abgerissen, viele Spieler des 86er WM-Teams spenden regelmäßig für Brauns Mexico-Hilfe. Neben Beckenbauer, Völler und Schumacher haben sich im Lauf der Jahre besonders Hans-Peter Briegel, die Brüder Karlheinz und Bernd Förster sowie Guido Buchwald finanziell für die Stiftung eingebracht. Auch Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff hat große Beträge gespendet. Die Mexico-Hilfe lebt und überlebt allein Dank der Gebefreudigkeit der Nationalspieler und vieler Kleinspender.

Die Idee lebt bis heute fort

Wolfgang Watzke, Geschäftsführer DFB-Stiftung

Seit der Gründung der DFB-Stiftung Egidius Braun im Jahr 2001 ist die „Mexico-Hilfe“ Teil der Stiftung. Zu den zahlreichen Projekten der Stiftung zählen neben der „Casa de Cuna“ in der mexikanischen Großstadt Querétaro, wo die deutsche Nationalmannschaft 1986 ihr WM-Quartier hatte, Hilfsprojekte in Guadalajara, Mexico-City und Puebla.

Mit weit mehr als fünf Millionen Euro

hat die Mexico-Hilfe in den vergangenen 25 Jahren verschiedene Projekte der Kinder- und Waisenbetreuung finanziert. Auf einer Müllkippe in der Peripherie des Molochs Mexico-City, wo einige der ärmsten Mexikaner ums tägliche Überleben ringen, entsteht jetzt ein Ausbildungszentrum, um so Aufstiegschancen für die Kinder zu schaffen. Das bekannteste Projekt aber ist sicher die „Casa de Cuna“, das „Wiegenhaus“, ein Waisenhaus in Santiago de Querétaro. Allein 24 Waisenkinder aus der „Casa de Cuna“wurden an deutsche Familien vermittelt.

Casa de Cuna, Queretaro

Interview mit Egidius Braun

Egidius Braun, Ehrenpräsident des Deutschen Fußballbundes, legte vor mehr als 25 Jahren den Grundstein für die Mexico-Hilfe. Seine Enkelin Lisa Braun sprach mit dem Großvater über sein Lebenswerk, über besondere Momente und die Zukunft der Stiftung... mehr lesen